Wenige Institutionen beeinflussen das kulturelle, politische und wirtschaftliche Leben in Münster durch ihr Engagement derart nachhaltig und positiv wie der 1835 gegründete Verein der Kaufmannschaft zu Münster. Seiner Initiative verdankt die Stadt seit über 175 Jahren die kontinuierliche Entwicklung und Unterstützung ihrer Infrastruktur und die Stärkung ihrer Wirtschaftskraft.

Auch in Zukunft kann Münster auf seine weitsichtig und vernetzt denkenden Kaufleute bauen, die unaufhörlich über ihren eigenen Tellerrand hinausschauen, Zusammenhänge erkennen und sich aktiv einmischen.

Das große persönliche Engagement und die kontinuierliche Interaktion mit ihrer eigenen Stadt ist für den Verein der Kaufmannschaft zu Münster von 1835 seit jeher Ehrensache und Selbstverständlichkeit. Seine Mitglieder fühlen sich in hohem Maße mitverantwortlich für die Entwicklung und Förderung der Qualität von Stadt und Region und für die Erhaltung der Anziehungskraft der Stadt. Mit ihren Initiativen und ihrer Stiftungsarbeit setzen sie sich daher nachhaltig für die Zukunftsfähigkeit und Attraktivität des Standorts Münster ein – sei es wirtschaftlich, politisch oder kulturell.

Beispielhaft hierfür ist die maßgeblich von der Kaufmannschaft geprägte Wiederaufbauleistung – insbesondere des historischen Rathauses – in der Nachkriegszeit.

1997 und 2007 erwarben die Kaufleute zwei Kunstwerke der Skulpturprojekte-Ausstellung und sicherten damit deren dauerhaften Erhalt für die Stadt Münster und ihre Bürger.

Aktuell bringt sich der Verein in die Diskussion um die Aufwertung des Schlossplatzes ein, als Initiator der Bürgerdebatte über die Gestaltung des Platzes als „Barockgarten“.

Münster braucht engagierte Berufseinsteiger, die sich den Herausforderungen von morgen leistungsstark und selbstbewusst stellen. Bildungsarbeit, insbesondere die Unterstützung und Förderung der kaufmännischen Ausbildung in Münster, ist daher ein wichtiger Bestandteil des Engagements des Vereins und seiner Mitglieder.

Dazu zählt die jährliche „Ehrung der Besten“, bei der alle Auszubildenden der Mitgliedsbetriebe ausgezeichnet werden, die ihre kaufmännische Lehre mit der Note „sehr gut“ beenden. Daneben unterstützen die Mitglieder des Vereins der Kaufmannschaft den Nachwuchs fachlich und inhaltlich, beispielsweise im Rahmen von Vorträgen oder Betriebsbesichtigungen.

Mit seiner 2009 gegründeten Kaufmannsstiftung investiert der Verein der Kaufmannschaft zudem auch materiell, z.B. durch die Vergabe von Stipendien und Preisen, in die kaufmännischen Nachwuchskräfte.

Zu den bedeutendsten gesellschaftlichen Ereignissen in Münster und Westfalen zählt das jährlich vom Verein der Kaufmannschaft veranstaltete Kramermahl im Festsaal des Rathauses.

Seit 1956, als das erste Kramermahl der „Neuzeit“ in Anlehnung an die spätmittelalterliche Tradition der Kramergilde stattfand, versteht es sich als Kommunikationsforum und Ort des Dialogs, bei dem der intensive Austausch der Kaufleute mit Gästen aus dem münsterischen Wirtschafts-, Verwaltungs-, Kultur- und Wissenschaftsleben sowie hochrangigen Ehrengästen aus Wirtschaft und Politik zu aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Themen im Mittelpunkt steht.

Festlicher Höhepunkt der Veranstaltung ist der Tausch der Ehrenpokale zwischen dem Vorsitzenden des Vereins der Kaufmannschaft (Schiffspokal) und dem Oberbürgermeister der Stadt Münster (Goldener Hahn) als Ausdruck der engen Verbundenheit und des gemeinschaftlichen Engagements um die Weiterentwicklung der Qualität der Stadt Münster.

2016: Hannelore Kraft
Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen

2015: Dr. Tom Enders
CEO Airbus Group

2014: Dr. h.c. Eggert Voscherau
Vorsitzender des Aufsichtsrats der BASF SE

2013: Dr. Martin Wansleben
Hauptgeschäftsführer Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V. –DIHK

2012: Tobias Trevisan
Vorsitzender der Geschäftsführung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Frankfurt
Festvortrag über die Qualität der Berichterstattung in einer sich wandelnden Medienwelt

2011: Volker Wieker
Generalinspekteur der Bundeswehr, Berlin
Festvortrag: Die Neugestaltung der Bundeswehr

2010: René Obermann
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG, Bonn
Festvortrag: „Impulse für Deutschland und Europa am Beispiel der Informations- und Kommunikationstechnologie“

2009: Hartmut Ostrowski
Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann AG, Gütersloh
Festvortrag: „Unabhängigkeit und Werteorientierung als Erfolgsfaktoren unternehmerischen Handelns“

2008: Dr. Jürgen Rüttgers
Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
Festvortrag: „Kunstmetropole und Forschungsstandort“

2007: Hartmut Mehdorn
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn, Berlin
Festvortrag: „Über die Notwendigkeit eines Bahn-Börsengangs“

2006: Professor Dr. Peter Gruss
Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, München
Festvortrag: „Wissen als Wirtschaftsfaktor“

2005: Dr. Angela Merkel
CDU-Bundesvorsitzende, Berlin
Festvortrag: „Deutschland 2005 – Herausforderungen und Chancen“

2004: Dr. Klaus Zumwinkel
Vorstandsvorsitzender Deutsche Post World Net, Bonn
Festvortrag: „Globalisierung“

2003: Dr. Wendelin Wiedeking
Vorsitzender des Vorstands der Dr. Ing. h. c. F. Porsche AG, Stuttgart
Festvortrag: „Der ehrbare Kaufmann – oder: Wie Porsche mit Glaubwürdigkeit Erfolg hat“

2002: Peer Steinbrück
Finanzminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
Festvortrag: „Szenenwechsel: Widersprüche in der öffentlichen Begleitung der Finanzpolitik“

2001: Dr. Friedrich Merz
Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Berlin
Festvortrag: „Bildung und Wissen als Erfolgsfaktoren der Zukunft“

2000: Dr. Mark Wössner
Vorsitzender des Aufsichtsrats der Bertelsmann AG, Gütersloh
Festvortrag: „Das Internet und die Kulturtechnik“

1999: Wolfgang Clement
Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
Festvortrag: „Nordrhein-Westfalen – Eine starke Region in Europa“

1998: Dr. Wolfgang Schäuble
Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Bonn
Festvortrag: „Deutschland in Europa“

1997: Prof. Hans Tietmeyer
Präsident der Deutschen Bundesbank, Frankfurt
Festvortrag: „Währungspolitik in deutscher und europäischer Verantwortung“

1996: Prof. Dr. Klaus Töpfer
Bundesminister für Raumordnung, Städtebau und Bauwesen, Bonn
Festvortrag: „Politische Kultur als Standortfaktor“

1995: Dr. Jürgen Strube
Vorsitzender des Vorstands der BASF AG, Ludwigshafen
Festvortrag: „Innovationen wandeln die Welt: Zum Beitrag der Chemie für eine zukunftsverträgliche Entwicklung“

1994: Eberhard Diepgen
Regierender Bürgermeister von Berlin
Festvortrag: „Berlin – im Spannungsfeld von deutschem Nationalbewusstsein und europäischer Einigung“

1993: Friedel Neuber
Vorstandsvorsitzender der Westdeutschen Landesbank, Düsseldorf/Münster
Festvortrag: „Die Lage der deutschen Wirtschaft – Überlegungen und Standpunkte für eine Neuorientierung“

1992: Jürgen W. Möllemann
Bundeswirtschaftsminister, Bonn
Festvortrag: „Die deutsche Wirtschaft nach dem Zerfall der Sowjetunion – ein Plädoyer für den freien Unternehmer“

1991: Hans Peter Stihl
Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstags, Köln
Festvortrag: „Wirtschaftsperspektiven nach der Deutschen Einheit“

1990: Rudolf Seiters
Staatsminister und Chef des Bundeskanzleramts, Bonn
Festvortrag: „DDR und Marktwirtschaft“

1989: Dr. Carl Horst Hahn
Vorsitzender des Vorstands der Volkswagen AG, Wolfsburg
Festvortrag: „Die neuen Herausforderungen – Chancen ohne Parallelen“

1988: Dr. Bernhard Vogel
Bundesratspräsident und Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Mainz
Festvortrag: „Wie führt man ein Bundesland“

1987: Wolfgang Hinrichs
Präsident der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels, Bonn
Festvortrag: „Der Einzelhandel als einer der Garanten der sozialen Marktwirtschaft“

1986: Prof. Dr. Herbert Giersch
Präsident des Instituts für Weltwirtschaft an der Universität Kiel
Festvortrag: „Die Ethik der Wirtschaftsfreiheit“

1985: Dr. Jörg Twenhöven
Oberbürgermeister der Stadt Münster
Festvortrag: „Die Geschichte des Vereins der Kaufmannschaft und die wirtschaftliche Entwicklung Münsters“

1984: Dr. Richard von Weizsäcker
Regierender Bürgermeister von Berlin
Festvortrag: „Wirtschaftliche und strukturelle Probleme Berlins“

1983: Prof. Dr. Rolf Rodenstock
Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Bonn
Festvortrag: „Wirtschaftsjahr 1983“

1982: Paul Schnitker
Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Bonn
Festvortrag: „Dynamik statt Demonstration“

1981: Dr. Gerhard Stoltenberg
Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, Kiel
Festvortrag: „Neue Aufgaben deutscher Wirtschaftspolitik“

1980: Erwin Schleberger
Regierungspräsident, Münster
Festvortrag: „Der Staat und die Sicherheit des Bürgers“

1979: Constantin Freiherr Heereman von Zuydtwyck
Präsident des Deutschen Bauernverbands, Bonn
Festvortrag: „Gesellschafts- und Europapolitik“

1978: Prof. Dr. Karl Carstens
Präsident des Deutschen Bundestags, Bonn
Festvortrag: „Verantwortung für die freiheitliche Ordnung“

1977: Walther Leisler Kiep
Finanzminister des Landes Niedersachsen, Hannover
Festvortrag: „Wirtschaftspolitik – Perspektiven 1977 – Situation, Probleme, Notwendigkeiten“

1976: Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann
Rektor der Westfälischen Wilhelms-Universität, Münster
Festvortrag: „Hochschule und Öffentlichkeit“

1975: Sir John Nicholas Henderson
Britischer Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland, Bonn
Festvortrag: „Aspekte der Außenpolitik“

1974: Heinrich Austermann
Oberstadtdirektor der Stadt Münster a. D.
Festvortrag: „Plan 2000 – über die Zukunft Münsters“

1973: Dr. h.c. Ludwig Poullain
Vorsitzender des Vorstands der Westdeutschen Landesbank, Münster
Festvortrag: „Grundprobleme der Stabilitätspolitik“

1972: Otto Wolff von Amerongen
Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstags, Köln
Festvortrag: „Die gegenwärtige wirtschaftliche Situation einschließlich der Währungspolitik“

1971: Dr. Fritz Bock
Österreichischer Vizekanzler a. D., Wien, Präsident des Donaueuropäischen Instituts, Wien
Festvortrag: „Finanz- und Währungsprobleme der Gegenwart“

1970: Professor Dr. Heinz Rollhäuser
Rektor der Westfälischen Wilhelms-Universität, Münster
Festvortrag: „Aktuelle Probleme der deutschen Bildungspolitik“

1969: Kurt Georg Kiesinger
Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Bonn
Festvortrag: [Keiner eigentlichen Thematik zuzuordnen: Ging in seiner Rede kurz auf die wirtschaftlichen Erfolge seiner Regierung ein, widmete sich vorwiegend aber dem allgemeinen Studentenprotest in Deutschland und in Westeuropa]

1968: Dr. Hans Berger
Staatssekretär und Chef des Bundespräsidialamts, Bonn
Festvortrag: „Auftrag und Verpflichtung der Wirtschaft“

1966: Dr. Ludger Westrick
Bundesminister für Besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramts, Bonn
Festvortrag: „Haushaltslage des Bundes und wirtschaftliche Stabilität“

1965: Dr. Franz Meyers
Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
Festvortrag: „Strukturverbesserung in NRW als staatspolitische Gemeinschaftsaufgabe“

1964: Professor Dr. Alfred Müller-Armack
Staatssekretär a. D. im Bundeswirtschaftsministerium, Köln
Festvortrag: „Europäische Wirtschaftsgemeinschaft und die Bundesrepublik Deutschland“

1961: Professor Dr. Karl Hettlage
Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Bonn
[Sagt die Teilnahme infolge dringender Dienstverpflichtungen ab]

1960: Dr. Hans Lauscher
Minister für Wirtschaft und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
Festvortrag: „125 Jahre Verein der Kaufmannschaft“

1959: Dr. Ludger Westrick
Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Bonn
Festvortrag: „Deutsche Wirtschaftspolitik der vergangenen zehn Jahre“